Bestrahlung bei Brustkrebs: Mein täglicher Gang zur Sonnenbank

Bestrahlung bei Brustkrebs: mein täglicher Gang zur Sonnenbank

Im Aufklärungsgespräch zur Bestrahlung bei Brustkrebs gab es schon einige Informationen dazu, wie das ablaufen soll.

Insgesamt stehen 38 Bestrahlungstermine an. Nachdem letzte Woche ein CT zur Vermessung gemacht und ich bunt markiert wurde, bin ich diese Woche in die „wirkliche Bestrahlung“ eingestiegen.

Die Sache mit der Pünktlichkeit

Die Strahlenpraxis ist unfassbar genau durchgetaktet. Das bedeutet, dass man unbedingt pünktlich sein muss, weil die MTRAs (Medizinisch-technische Radiologieassistentinnen) sonst aus der Taktung kommen. Das war bei den ersten Terminen eine Herausforderung. Eigentlich ist mir Pünktlichkeit extrem wichtig, aber hier hatte ich irgendwie Anlaufschwierigkeiten:

  • Bestrahlung 1:
    Ich hab mich am Handy verzettelt und bin fast zu spät zu Hause los gefahren. Ich war eine Minute vor dem eigentlichen Termin da – puh! Gerade noch geschafft.
  • Bestrahlung 2:
    Die Praxis rief mich morgens an, dass ich meinen Termin um 8:20 Uhr gehabt hätte – in meinem Kalender stand aber 15:20 Uhr. Anscheinend hat sich der Termin zwischenzeitlich nochmal verschoben. Tatsächlich habe ich am Tag 1 der Bestrahlungen nochmal eine Liste mit den Terminen bekommen und diese nur grob mir der Liste von vor 2 Wochen verglichen. Das muss mir durch die Lappen gegangen sein.
    Am Telefon sagten sie mir dann, ich soll mich einfach jetzt sofort auf den Weg machen.
    Zu allem Überfluss gab es dann auch noch Stau auf der Autobahn – mein Stresspegel ist auf der Fahrt ganz schön angestiegen.
    In der Praxis angekommen konnte ich dann gerade noch kurz durchatmen, bevor es los ging
  • Bestrahlung 3:
    An diesem Tag war irgendwie der Wurm drin.
    1. Versuch: Eigentlich bin ich pünktlich losgefahren, ABER: auf dem Weg ist mir eingefallen, dass ich gar keine Maske dabei habe. Also nochmal umdrehen und zurück!
    2. Versuch: Ich bin wieder losgefahren – mit Maske, ABER: ich bin in meinem Tran zu früh abgebogen und damit eben nicht auf der Autobahn gelandet. Also: umdrehen und auf die Autobahn einbiegen.
    Ich hab es gerade so pünktlich geschafft.
    Die MTRAs haben mich aber gebeten, das nächste Mal 5 min vor dem Termin da zu sein. Zack! Hatte ich ein schlechtes Gewissen.
  • Bestrahlung 4:
    Endlich! Ich habe die Uhr im Blick behalten und den Masken-Check gemacht, bin direkt auf die Autobahn gefahren und hatte natürlich keinen Stau. Ich war sogar 10 min vor dem Termin da. Chakka. Schade, dass einem dann dort niemand auf die Schulter klopft und „toll gemacht“ sagt 😏 Ich hab mich zumindest mal selbst gelobt.

Ablauf der Bestrahlung bei Brustkrebs

Sobald man sich angemeldet hat, muss man in der Regel nur wenige Minuten im Wartezimmer Platz nehmen,

Dann wird man von einer Medizinisch-technische Radiologieassistentin aufgerufen mit der Info, in welche Kabine man gehen darf. Es gibt 4 Kabinen, in denen man sich entkleiden muss – also den Teil des Körpers freilegt, der bestrahlt werden soll.

Auf der anderen Seite der Kabine wird einem geöffnet und man darf es sich auf der „Sonnenliege“, also dem Linearbeschleuniger, gemütlich machen. Leider kann ich davon nicht mal eben so ein Foto machen, deshalb verweise ich an dieser Stelle auf die Informationen der Praxis.

Wenn man erstmal richtig liegt, darf man sich nicht mehr bewegen, damit die Strahlen immer an den selben, zuvor berechneten Stellen erfolgen. Ich schließe dann also immer die Augen und stelle mir vor, ich liege am Strand in der Sonne.

Außer ein paar Geräuschen bekommt man von der Bestrahlung selbst nichts mit. Das könnte auch das Meeresrauschen sein.

Nach wenigen Minuten ist der mentale Ausflug ans Meer aber leider immer schon wieder vorbei und man darf sich anziehen und gehen.

Autofahren bei Bestrahlung

Der aufmerksame Leser hat vielleicht mitbekommen, dass ich bisher immer selbst mit dem Auto zur Bestrahlung gefahren bin. Tatsächlich ist das auch grundsätzlich erlaubt. Offiziell ist man nach der Behandlung noch fahrtüchtig. Bei plötzlich auftretender Müdigkeit sollte man dann aber besser darauf verzichten.

Grundsätzlich kann ich auch mit dem Taxi fahren und die Fahrten bei der Krankenkasse einreichen. Das muss aber von der Krankenkasse im Vorfeld genehmigt werden. Ich habe das schon länger beantragt und laut Krankenkasse ist die Genehmigung auch unterwegs, aber bis zu meinem Briefkasten hat sie es bisher noch nicht geschafft.

Hautpflege nach der Bestrahlung

Zu Hause ist dann erstmal Hautpflege angesagt. Ich nutze Aloe Vera Gel, weil die Ärztin das empfohlen hat. Es gibt aber auch andere Salben (zum Beispiel Ringelblumensalbe), die aber nicht stark fettend sein sollen. Ich kann aber selbst nicht viel dazu sagen, weil ich sie (noch) nicht ausprobiert habe.

Das Gel verteile ich auch das gesamte Bestrahlungsgebiet und dann lasse ich mehrmals am Tag viel Luft an diese Hautpartien. Das heißt, immer mal „oben ohne“ auf dem Sofa liegen. Leider kann ich auf den Kompressions-BH von der OP noch nicht ganz verzichten. Das würde die Sache nochmals etwas vereinfachen.

Bisher sehe ich noch keine Hautreizungen. Die Maßnahmen sind daher prophylaktisch, damit es (hoffentlich) so bleibt.

Bestrahlung bei Brustkrebs: Mein täglicher Gang zur Sonnenbank

3 Gedanken zu „Bestrahlung bei Brustkrebs: Mein täglicher Gang zur Sonnenbank

  1. Hallo Danielle,
    ich habe zufällig deinen Blog gefunden…bin selber (hoffendlich) nicht betroffen…finde als Krankenschwester , deinen Umgang mit deiner Reise ,
    vorbildlich … drücke Dir ganz fest die Daumen für ein positives Reiseende…und das viele Betroffene deinen Blog finden und daraus Kraft schöpfen können.

    Sonnige Grüße, Elke

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